Stand der Umsetzung in Deutschland

Dieses Kapitel liefert eine Momentaufnahme, inwieweit diese Ziele auf nationaler Ebene bereits erreicht sind.

Das augenfälligste Ergebnis der Bologna-Reform ist die Umstellung der Studiengänge auf das zweistufige Bachelor-/Master-Studiensystem. Die Forderung des Berliner Kommuniqués (2003), bis 2005 mit der Einführung des zweistufigen Studiensystems begonnen zu haben, hat Deutschland bereits im Jahre 2002 mit dem 5. HRGÄndG erfüllt, welches die Bachelor- und Masterstudiengänge in das Regelangebot der Hochschulen überführt. Die Bundesländer setzen diese bundesgesetzliche Vorgabe durch eine Verankerung der Bachelor- und Masterstudiengänge in ihren Landeshochschulgesetzen um. 2003 haben die Wissenschaftsminister und -ministerinnen der Länder die bildungspolitische Grundsatzentscheidung für eine möglichst flächendeckende Umsetzung des gestuften Graduierungssystems bis zum Jahre 2010 verabschiedet.

Das Bachelor/Master-System eröffnet den Studierenden neue Möglichkeiten für eine Kombination attraktiver Qualifikationen sowie für eine flexiblere Verbindung von Lernen, beruflichen Tätigkeiten und privater Lebensplanung. Mit dem Bachelor ist ein Studienabschluss eingeführt, der bereits nach drei bis vier Jahren zu einem Berufs befähigenden Abschluss führt, so dass früher als bisher ein Berufseinstieg möglich ist. Vor allem aber ist dieses Studiensystem international kompatibel und bildet damit die Grundlage für mehr Mobilität im Studium weltweit.

Die Einführung des gestuften Studienmodells ist verbunden mit einer gleichzeitigen Reform der Studieninhalte und einer Straffung und besseren Strukturierung der Curricula. Damit soll einmal die in Deutschland erreichte hohe Qualität der wissenschaftlichen Ausbildung nochmals gesteigert werden. Zum anderen soll diese Studienreform in Deutschland die im internationalen Vergleich zu langen Studienzeiten verkürzen sowie das Alter der Absolventen und die hohen Studienabbrecherquoten senken.

Unter den insgesamt etwa 14.000 Studiengängen in Deutschland befanden sich zum Wintersemester 10/11 etwa 6.000 Bachelor- und 5.500 Masterstudiengänge, d.h. ca. 82 Prozent des gesamten Studienangebotes war zu diesem Zeitpunkt bereits auf die gestuften Abschlüsse umgestellt. Insbesondere die Fachhochschulen hatten die Komplettumstellung auf die gestuften Studiengänge bereits komplett vollzogen.

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