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Montag, 28. Juni 2010 1277704860 Alter: 67 Tage

Von: Wolfgang Knerr

Zweibrücker MBA-Studierende in Budapest


Zweibrücker MBA-Studierende und Professoren in Budapest

Der Fachbereich Betriebswirtschaft geht mit einer viertägigen Seminarveranstaltung mit angehenden MBA-Absolventen/-innen neue Wege. Im Rahmen der ersten „out of Campus-Veranstaltung“, die Teil des internationalen Seminars der MBA-Fernstudiengänge Marketing-Management und Vertriebsingenieur ist, waren 17 berufsbegleitend Studierende aus Zweibrücken unter der Leitung der Professoren Piazolo und Ruda nach Budapest gereist. Dieses Seminar wurde in Zusammenarbeit mit der Obuda Universität, einer Partnerhochschule der FH Kaiserslautern, veranstaltet. Schon kurz nach der Anreise wurden von den Fernstudierenden in den Seminarräumen der Obuda Universität Fallstudien gemeinsam im Team erarbeitet und die entsprechenden Präsentationen vorbereitet. Am nächsten Tag konnten die Studierenden an einer internationalen Konferenz teilnehmen, die ansonsten nur Wissenschaftlern vorbehalten ist. Die kommenden MBA-Absolventen aus Zweibrücken engagierten sich mit Diskussionsbeiträgen und konnten somit erfolgreich weiter an den Wissenschaftsbetrieb herangeführt werden. Die Konferenz endete mit einem abendlichen Bankettempfang. Am folgenden Morgen wurde eine Stadtbesichtigung unter der Leitung von Bernadette Kovács durchgeführt. Die ausgebildete Deutsch-Übersetzerin war schon in früheren Jahren in die Weiterentwicklung der Partnerschaft zwischen den beiden Hochschulen involviert gewesen. Beeindruckend das Parlamentsgebäude mit zahlreichen Giebeln und Türmen im neogotischen Stil. Als Vorbild für den Bau diente das Parlament in London. Bei der Fahrt vom Stadtteil Pest auf der berühmten Kettenbrücke und auf der Elisabethbrücke in den Stadtteil Buda konnten sich die Besucher aus Zweibrücken auch vom Hochwasser der Donau überzeugen. Natürlich durften bei der Budapester Stadtführung der Besuch des Burgviertels mit der Matthias-Kirche und die Fischer-Bastei nicht fehlen. Die beste Aussicht auf die Stadt genießt man allerdings vom Gellért-Berg. Ein Besuch in der zentralen Markthalle und in einem der berühmten Kaffehäuser rundete diesen Teil des Programms ab.

Ein weiterer Höhepunkt des Seminars war die Betriebsbesichtigung von Knorr-Bremse unter der deutschsprachigen Leitung von Ingenieur Attila Fodor, Gruppenleiter der Ersatzteildokumentation, der neben interessanten Einblicken in die Fertigungsabläufe auch einen Überblick zum Konzern gab. Knorr-Bremse war einer der Pioniere unter den industriellen Investoren in Ungarn. Schon im Jahre 1969 hatte der Konzern einen Lizenzvertrag zur Produktion von Nutzfahrzeugbremsen in Ungarn abgeschlossen. 20 Jahre später wurde ein Joint Venture geschlossen, das dann 1993 zu einer alleinigen Tochtergesellschaft im Firmenverbund wurde. Schon Mitte der 90er Jahre wurde dem ungarischen Management die Führung der Tochtergesellschaft überlassen. Neben dem Nutzfahrzeugbereich ist Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge in Budapest mit einem Entwicklungszentrum und einer neuen Fabrik, die erst im Frühjahr eingeweiht wurde, vertreten. Von besonderem Interesse war für die angehenden MBA-Absolventen die Besichtigung dieses neuen Werks. Knorr-Bremse ist damit ein wichtiger Arbeitgeber in Budapest geworden. Insbesondere die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter und die Lohn- und Gehaltsstruktur in Budapest gaben seinerzeit den Ausschlag für die Errichtung der neuen Fabrik. Gerade bei einem sicherheitsrelevanten Produkt wie einer Bremse spielt das Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter eine große Rolle. Sollte die Fertigung aus Kapazitätsgründen ausgedehnt wenden, dann gibt es ausreichend Raum zur Erweiterung. Weltweit musste Knorr-Bremse im Nutzfahrzeugbereich einen Umsatzrückgang von ca. 2 Mrd. Euro in 2008 auf 1,2 Mrd. Euro in 2009 hinnehmen. Der Umsatz im Schienenfahrzeugbereich konnte jedoch sogar von ca. 1,4 Mrd. Euro auf 1,55 Mrd. Euro gesteigert werden. Vor allem Asien hat zu diesem Umsatzanstieg beigetragen. Noch immer ist Europa der größte Markt für Schienenfahrzeuge im Erstausstattungsbereich. Allerdings geht man davon aus, dass der entsprechend Markt in Asien mindestens auf das Niveau von Europa wachsen wird. Natürlich hat die Wirtschafts- und Finanzkrise und der Einbruch an der weltweiten Nutzfahrzeugproduktion auch in Budapest Spuren hinterlassen haben; dennoch blickt man optimistisch in die Zukunft. Nach der Betriebsbesichtigung wurden die Diskussionen im Lancelot, einem im Ritterstil ausgestatteten Restaurant, fortgesetzt.

Ein großer Dank gebührt Frau Dipl.-Betriebsw. (FH) Martina Fremgen vom Institut ed-media für die organisatorischen Vorarbeiten sowie Frau Bernadette Kovács für die Organisation und die Betreuung in Budapest.

Beigefügtes Bildmaterial:
out_of_campus.jpg: Zweibrücker MBA-Studierende und Professoren in Budapest

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