Bachelorstudiengang Elektrotechnik

mit den Studienschwerpunkten Automatisierungstechnik und Energietechnik

Das Studium der Energietechnik/Automatisierungstechnik befähigt die Absolventen, zur Entwicklung und Anwendung von Prozessen, Systemen und Geräten, die entweder der wirtschaftlichen Erzeugung, Aufbereitung, Übertragung, Verteilung und Umsetzung von elektrischer Energie oder zur Automatisierung von Komponenten und Anlagen dienen. Das hierzu erforderliche fundierte Fachwissen sowie die Methodenkompetenz basieren auf der Elektrotechnik und der Informatik, auf Hardware und Software.

Die Studierenden dieses Studiengangs erhalten, aufgesetzt auf den mathematischen, physikalischen und elektrotechnischen Grundlagen, eine fundierte vertiefte und erweiterte Ausbildung in den fachspezifischen Grundlagen der Energietechnik/Automatisierungstechnik. Aufbauend auf diese Grundlagen erwerben die Studierenden im weiteren Verlauf des Studiums durch entsprechende Schwerpunktsetzung vertiefende Kenntnisse in einem der zwei Anwendungsschwerpunkte Energietechnik und Automatisierungstechnik.

Anwendungsschwerpunkt Energietechnik

Die elektrische Energietechnik widmet sich allen Themen, die mit der Erzeugung, der Verteilung und Anwendung von Energie im Zusammenhang stehen. Die Studierenden dieses Schwerpunktes erfahren eine breite und fundierte elektrotechnische Ausbildung und erwerben zudem gezielt vertiefende Kenntnisse im Anwendungsschwerpunkt Energietechnik.

Die Absolventen erwerben die Befähigung zur technischen und wirtschaftlichen Gestaltung und Nutzung komplexer Elektroenergiesysteme und deren Komponenten. Sie sind im Stande, das Zusammenwirken der Systeme mit ihrer Umwelt unter Berücksichtigung technischer und ökologischer Gesichtspunkte zu bewerten. Die hierfür im Studium zu schaffenden Kernkompetenzen liegen insbesondere in den Bereichen der konventionellen Energieerzeugung, der regenerativen Energie, der Hochspannungs­technik, inklusive der relevanten Netzbetriebsmittel, der Regelungstechnik, der Leistungselektronik und Antriebstechnik. Hierbei eingeschlossen sind insbesondere auch fundierte Kenntnisse und Methoden im Bereich der Berechnung und Simulation elektrischer Netze und elektromagnetischer Komponenten und Systeme. Die Absolventen können grundsätzliche Phänomene der Elektrotechnik auf die elektrodynamischen Prinzipien zurückführen.

Darüber hinaus wird die Befähigung zur fachlich fundierten, interdisziplinären und teamorientierten Zusammenarbeit und Kommunikation auch in international ausgerichteten Projekten angestrebt.

Aufgrund der breiten und fundierten Ausbildung in den fachspezifischen Grundlagenfächern der Energietechnik ist eine Einarbeitung in fachlich angrenzende Gebiete im Bereich der Automatisierungstechnik gut möglich.

Die Absolventen sind insbesondere in der Lage, folgende Tätigkeiten ausüben:

  • Entwicklung, Inbetriebnahme und messtechnische Untersuchung von Betriebsmitteln und Komponenten der elektrischen Energietechnik.
  • Modellierung, Simulation und Beurteilung energietechnischer Systeme in problemorientierter Form.
  • Auslegung und systemtechnische Beurteilung von hochspannungstechnischen Betriebsmitteln und deren Komponenten.
  • Anwendung von modernen Mess-, Prüf- und Diagnoseverfahren zur Zustandsbeurteilung von Betriebsmitteln und Anlagen der Elektroenergieversorgung.
  • Die Schaltungsentwicklung von Geräten der Leistungselektronik.
  • Die Entwicklung von elektrischen Maschinen und weiterer elektromagnetischer Systeme.
  • Die Integration von energietechnischen Komponenten in mechatronische Systeme.
  • Die technische, wirtschaftliche und organisatorische Planung, Ausführung und Inbetriebnahme von energietechnischen Anlagen.
  • Entwicklung von Energiekonzepten unter Berücksichtigung technischer, ökonomischer und ökologischer Gesichtspunkte.


Aufgrund der beschriebenen Ausrichtung bestehen vielfältige Berufschancen, beispielsweise bei Herstellern energietechnischer Betriebsmittel und Anlagen, Energieversorgungsunternehmen, bei Netzbetreibern, Betreibern großtechnischer Industrieanlagen, in der Antriebstechnik sowie in zahlreichen Branchen, in denen die elektrische Energie eine zentrale Rolle spielt, wie beispielsweise die Automobilindustrie, die Bahn- und Verkehrstechnik. Darüber hinaus bestehen Tätigkeitsfelder im Dienstleistungssektor, der staatlichen Verwaltung, in Forschungsinstituten und nicht zuletzt als selbstständiger Unternehmer in Beratung, Entwicklung oder Vertrieb.

Anwendungsschwerpunkt Automatisierungstechnik

Gegenstand der Automatisierungstechnik sind allgemein die Einrichtungen, Funktionen und Methoden zur Gestaltung und Kontrolle von lokalen und örtlich verteilten Prozessen. Sie umfasst in den einzelnen Hierarchieebenen Hardwarekomponenten (Rechner, SPS, Feldbusse, Aktoren, Sensoren...) und Softwarebausteine unterschiedlichen Umfangs.

Die Studierenden dieses Schwerpunktes erfahren eine breite und fundierte elektro­technische Ausbildung, ergänzt um erhebliche Anteile aus der Informationstechnik und erwerben zudem vertiefte Kenntnisse der industriellen Kommunikationssysteme.

Die Absolventen erwerben besondere Fertigkeiten in Konzeption, Entwicklung und Betrieb komplexer technischer Systeme und Dienstleistungen. Sie sind im Stande, die Komponenten dieser Systeme aus elektrodynamischen Prinzipien, Elementen und Verfahren der Automatisierungstechnik zu entwickeln und optimal zusammenzufügen. Die hierfür im Studium zu schaffenden Kernkompetenzen liegen wesentlich in den Bereichen der Steuerungstechnik, der Regelungstechnik, der Mikroprozessortechnik, der Schaltungstechnik, der Leistungselektronik und Antriebstechnik sowie der Sensorik und der Prozessmesstechnik.

Die darüber hinaus erworbene Sozialkompetenz, wie die Fähigkeit zur Arbeit in Projektteams und im Projektmanagement sowie Kenntnisse in der sachgerechten Präsentation und Demonstration von Arbeitsergebnissen, befähigen die Absolventinnen und Absolventen zur interdisziplinären und teamorientierten Zusammenarbeit und Kommunikation auch in international ausgerichteten Projekten.

Aufgrund der breiten Ausbildung ist eine Einarbeitung in fachlich angrenzende Gebiete gut möglich.

Die Absolventinnen und Absolventen sind in der Lage, insbesondere die folgenden Tätigkeiten ausüben:

  • Entwicklung und Anwendung von Automatisierungskomponenten, wie SPS, Feldbusse, Aktoren und Sensoren.
  • Anwendung und Programmierung industrieller Kommunikationssysteme auf Basis verschiedener Feldbusse.
  • Projektierung, Inbetriebnahme und Wartung komplexer Automatisierungssysteme in Industrieanlagen und Prüffeldern.
  • Hardware-Entwicklung, Parametrierung und Anwendung von Antriebskomponenten und kompletten Antriebssystemen.
  • Hard- und Software-Entwicklung von Geräten der Leistungselektronik.

Aufgrund der beschriebenen interdisziplinären Ausrichtung bestehen hervorragende Berufschancen in der Elektroindustrie und in einer Vielzahl unterschiedlicher Branchen mit Automatisierungsanwendungen, wie z. B. Maschinen- und Anlagenbau, im Nutzfahrzeugbau, der Automobilindustrie, der Antriebstechnik, der Messtechnik, Chemie- und Verfahrenstechnik. Darüber hinaus bestehen Tätigkeitsfelder in Ingenieur- und Softwarebüros, im öffentlichen Dienst und nicht zuletzt als selbstständiger Unternehmer in Beratung, Entwicklung oder Vertrieb.